Beliebte Fragen im Vorstellungsgespräch

Beliebte Fragen im Vorstellungsgespräch

Wer sich bereits ein oder mehrere Male einem Bewerbungsgespräch stellen musste, kennt sie bereits: die berüchtigten Bewerbungsfragen. Diese Fragen werden oftmals allen Bewerbern gestellt, um deren Antworten und damit auch die verschiedenen Bewerber besser miteinander vergleichen und eine Auswahl treffen zu können.

Um die Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch zu erleichtern, hat Wohnen-im-Alter die meistgefragten Bewerbungsfragen zusammengestellt und passende Antwortempfehlungen abgegeben. So steht dem Bewerbungsgespräch in der Pflege nichts mehr im Weg.

Inhaltsverzeichnis

Frage 1: „Warum sollten wir gerade Sie einstellen?“

Der Interviewer will nicht nur sehen, warum der Bewerber der oder die Richtige für die Stelle ist, sondern auch, wie er mit einer sogenannten „Stressfrage“ umgehen kann. Denn: Mit Frage 1 wird gezielt Druck ausgeübt.

Unser Rat

Jetzt noch mal Alles geben und zeigen, dass man auch mit „Soft Skills“ wie Belastbarkeit und Kommunikationsstärke ausgestattet ist!

Bei dieser Frage sollte der Bewerber ruhig und so präzise und sachlich wie möglich auf die eigene Qualifikation hinweisen und die Eignung für die Stelle erläutern. Die Antwort fällt denjenigen leichter, die im Vorfeld zum Beispiel eine einfache Tabelle erstellen, in der sie die wichtigsten Anforderungspunkte der Stellenausschreibung den einzelnen persönlichen Kompetenzen gegenüberstellen.

Frage 2: „Wie bewerten Sie sich selbst auf einer Skala von 1-10“

Mit der Antwort auf diese Frage bekommt der Personalverantwortliche eine Einschätzung wie es sich mit dem Selbstbewusstsein und der Selbstachtung des Bewerbers verhält.

Unser Rat

Nennt der Bewerber die 10, wird er in den meisten Fällen als arrogant und selbstverliebt eingestuft. Eine Einstufung unter 7 ist ebenfalls nicht empfehlenswert.

Damit geht man auf Nummer Sicher: Eine Selbsteinstufung von 8 oder 9 mit dem Hinweis, dass man sich immer verbessern kann und dass der Bewerber persönlich stetig an der Erweiterung und Verbesserung der eigenen Fähigkeiten arbeitet. Dabei sollten Beispiele genannt werden, wie der Bewerber sich verbessern möchte – zum Beispiel hinsichtlich der Sprachkenntnisse.

Frage 3: „Was sind Ihre Stärken, was Ihre Schwächen?“

Ungern hören Personaler auf diese Frage eine Antwort, die sich nach einem vorangegangenen Bewerbungs-Training anhört. Gut ankommt, wer die Gratwanderung bei der Bekennung seiner Stärken wie auch Schwächen professionell meistert.

Unser Rat

Authentisch bleiben! Floskeln wie „Ich neige zu Perfektionismus“ sind abgedroschen und machen den Bewerber im schlechten Fall unglaubwürdig. Daher sollte auf Ehrlichkeit gesetzt werden ohne dabei gleichzeitig das „Selbstmarketing“ zu vergessen.

Wichtig an dieser Stelle: Selbstbild und die Aufgabenbeschreibung müssen zusammenpassen. Wenn ein Job bestimmte charakterliche Stärken erfordert, sollte der Bewerber diese auch mitbringen. Zudem sollte das richtige Maß im Hinterkopf behalten werden, wenn der Bewerber über seine Stärken spricht.

Tipp

Sowohl Stärken als auch Schwächen sollten immer mit Beispielen aufgeführt
werden. Gerne können dabei Szenen aus dem Berufsalltag aufgegriffen werden.

Wenn es um Schwächen geht, sollten diese für ein Gespräch ausgewählt werden, die sich verbessern lassen. So können beispielsweise PC- oder Sprachkenntnisse durch eine Fortbildung erweitert werden. Außerdem sollten abschwächende Formulierungen verwendet werden, sobald es um Soft Skills geht: „Ich bin gelegentlich etwas…“ oder „Hin und wieder kann es vorkommen, dass…“.

Frage 4: „Wo sehen Sie sich beruflich und privat in fünf Jahren?“

Einen motivierten Bewerber erkennt ein Personaler daran, dass er sich sowohl private, als auch berufliche Ziele steckt.

Unser Rat

Wer einen Masterplan hat, weiß auch, wo er gerade im Leben steht. Der Bewerber sollte kurz ausführen, was ihm an seiner momentanen beruflichen Situation gefällt und damit sein zukünftiges berufliches Interesse begründen. Dabei sollten Beispiele
genannt werden.

Auch auf die Frage nach den privaten Angelegenheiten sollte eingegangen werden, statt mit einem Verweis auf die in einem Vorstellungsgespräch unzulässigen Fragen abzublocken. An dieser Stelle ist es jedoch nicht erforderlich, allzu sehr ins Detail zu gehen. Es ist vielmehr ein Zeichen von Stabilität, wenn der Bewerber antwortet, er sei zufrieden mit seiner derzeitigen privaten Situation und deshalb müsse sich nichts ändern.

Frage 5: „Wie gehen Sie mit schwierigen Menschen um?“

Der Personaler möchte sich ein Bild davon machen, wie der Bewerber mit anderen Menschen umgeht.

Unser Rat

In dieser Situation sollte der Bewerber selbstbewusst bleiben! Schließlich sitzt er nicht mit einem guten Freund in einem Café oder auf der Couch eines Therapeuten, sondern hat den Personalverantwortlichen eines Unternehmens vor sich. Es ist jetzt nicht angebracht, über unausstehliche Ex-Kollegen herzuziehen. Ebenso wenig sollte davon berichtet werden, welche Unarten oder Einstellungen der Bewerber generell nicht leiden kann – im schlimmsten Fall tritt er mit einer derartigen Aussage ins Fettnäpfchen.

Statt dessen sollte der Bewerber unverfänglich und diplomatisch antworten. So sollte er zeigen, dass er im Beruf im Umgang mit anderen Menschen Kompromisse eingehen kann, auf Konflikte gefasst ist und diese auch lösen kann.

Tipp

Eine mögliche Antwort auf die Frage nach dem Umgang mit schwierigen
Menschen lautet: „Man begegnet schwierigen Menschen überall, auch am
Arbeitsplatz. Und da muss man eben damit umgehen können und sich auf die
Person einstellen. Gab es bisher ein akutes Problem, hat sich das meistens
in einem Gespräch klären lassen.“

Frage 6: „Was sind Ihre Gehaltsvorstellungen?“

Der Personalverantwortliche eruiert, ob die Gehaltsvorstellungen des Bewerbers zu denen des Unternehmens passen. Erwartet wird meist die Angabe einer Bandbreite, zum Beispiel 30.000 bis 35.000 Euro Brutto-Jahresgehalt.

Unser Rat

Rund ein Drittel aller Bewerber wird wegen zu hoher Gehaltsvorstellungen abgelehnt. Der Bewerber sollte sich daher bereits vor dem Gespräch über das branchenübliche Gehalt für die ausgeschriebene Stelle oder gegebenenfalls über einen jeweiligen Tarifvertrag informieren. Falls das Unternehmen weniger bietet, sollte der Bewerber sich verhandlungsbereit zeigen, anstatt strikt auf seinen Forderungen zu beharren. Stattdessen sollte dieses Thema bis zum ersten Gehaltsgespräch mit dem neuen Arbeitgeber verschoben werden, wenn der Bewerber den Job sicher in der Tasche hat.

Frage 7: „Welche Fragen haben Sie an uns?“

Zweck der Frage ist zu sehen, wie sehr sich der Bewerber wirklich für das Unternehmen und die Stelle interessiert.

Unser Rat

Verläuft ein Bewerbungsgespräch optimal, handelt es sich um einen flüssigen Dialog. Das setzt voraus, dass auch der Bewerber hin und wieder Fragen stellt. Daher sollte der Bewerber nicht darauf warten, bis der Gegenüber ihn dazu auffordert! Mit den richtigen Fragen, kann das Interesse am Unternehmen an der richtigen Stelle unterstrichen werden.

Tipp

Im besten Fall überlegt der Bewerber sich die eine oder andere Frage
bereits im Vorfeld und ist so bestens vorbereitet.

Achtung: Unerlaubte Fragen!

Man kann es kaum glauben, aber es gibt tatsächlich Fragen, auf die der Bewerber beim Vorstellungsgespräch keine Antwort geben muss. Dies schreibt der Gesetzgeber vor.

Unzulässige Fragen, sind Fragen nach…

  • Krankheit oder Behinderung
  • Beruf des Partners / der Partnerin
  • Vereins-, Partei-, Gewerkschafts- und Religionszugehörigkeit
  • Kündigungsgrund oder Austrittsgrund im Fall des früheren Arbeitgebers
  • Vorstrafen
  • Schwangerschaft, Kinderwunsch
  • Heiratsplänen
  • Vermögensverhältnissen

Natürlich kann ein erfahrener Personalverantwortlicher trotzdem Vieles über den Bewerber in Erfahrung bringen, beispielsweise mit Hilfe einer Überrumpelungstaktik,um zu sehen, ob der Bewerber unsicher reagiert, oder mittels bestimmter Fragetechniken wie Fangfragen, Suggestivfragen und ähnlichem.

Für ihn ist beispielsweise von Interesse: Ist der Bewerber diszipliniert? Ist er loyal, engagiert und selbstbewusst? Hat er analytische Fähigkeiten? Ist er sozial kompetent?

Wenn der Bewerber sich die Antworten auf die Standard-Bewerbungsfragen zurechtlegt, sollten er diese Zielsetzung des Personalverantwortlichen im Hinterkopf behalten und Antworten vermeiden, die ihn in ein falsches Licht rücken könnten.

 

Viele Personaler greifen in Bewerbungsgesprächen auf standartisierte Bewerbungsfragen zurück. Wer sich im Vorfeld auf diese vorbereitet und Antworten zurechtlegt, wird das Bewerbungsgespräch erfolgreich meistern.